Das exportstarke Vietnam in der Landwirtschaftsindustrie ist weiterhin von Importen abhängig

Obwohl Vietnam ein Land mit starker Landwirtschaft ist und 80 Prozent der Bevölkerung in ruralen Regionen lebt, gibt das südost-asiatische Land jährlich mehrere Milliarden Dollar für importiere Agrarprodukte aus.

Importe steigen

Statistiken haben gezeigt, dass Vietnamesen für einige Jahre Erdnüsse aus Indien, dem Senegal und China importiert haben. Laut der vietnamesischen Zentralabteilung für Zoll hat Vietnam bereits 12.000 Tonnen Erdnüsse in den letzten sechs Monaten eingekauft.  In 2015 betrug der Import rund 35.000 Tonnen, was einen Zuwachs von 146 Prozent zum vorherigen Jahr ausmacht (23.000 Tonnen).

Erstaunlicherweise ist China in den letzten drei Jahren Vietnams Hauptlieferant für Erdnussimporte. Ein Kilo Erdnüsse wird dabei für rund 5.500 bis 6.000 VND verkauft. Importe aus anderen Ländern kostet zwischen 15.000 und 22.000 VND (1 US Dollar) pro Kilo.

Erdnüsse sind jedoch nicht die einzigen Lebensmittelprodukte, die von Vietnam importiert werden. Laut des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung kaufte Vietnam mehr als 1,87 Millionen Tonnen an Weizen in den ersten sieben Monaten diesen Jahres für den Preis von 398 Millionen US Dollar ein. Dies ist zum vorherigen Jahr eine Steigerung von 37,4 Prozent. In der gleichen Zeit wurden zudem 582.000 Tonnen Cashewnüsse aus Afrika importiert. Laut Expertenangaben liegt die Produktionskapazität vietnamesischer Unternehmer bei rund 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr. Jedoch deckt diese nur 30 bis 40 Prozent des vietnamesischen Bedarfs ab. Um die Nachfrage vollends decken zu können, werden daher Cashewnüsse aus anderen Ländern eingekauft. Das Selbe gilt für die Fischzucht, bei der Rohmaterialien aus dem Ausland importiert wird.

In den ersten sieben Monaten in 2016 wurde in der Fischerei Rohmaterialien im Wert von 600 Millionen US Dollar eingekauft. 

Vietnamesische Unternehmen haben zudem mehrere Millionen US Dollar in Materialien und Produkte für die Viehwirtschaft investiert und 1,85 Millionen US Dollar für Futtermittel und Rohstoffe eingekauft. In der selben Zeit wurden auch 800.000 Tonnen Sojabohnen und 3,8 Millionen Tonnen an Mais nach Vietnam importiert, die vorrangig zur Viehzucht dienen.

 

Ist Import besser als Eigenproduktion?

Experten zufolge führte die landwirtschaftliche Fokussierung auf den Reisanbau und weniger auf andere landwirtschaftliche Produkte dazu, dass sich Vietnam zu einen der exportstärksten Nationen für Reisexporte entwickelt hat. Jedoch kann  Vietnam nun die inländische Nachfrage an anderen Agrarprodukten wie beispielsweise Erdnüssen, Sojabohnen und Mais nicht alleine bedienen und ist daher von Importen abhängig. 

Darüberhinaus erweist sich der Einkauf solcher Produkte als günstige Alternative zur Eigenproduktion. Der Preis für inländischen Mais betrug am 26.Juli 2016 rund 7.000 VND pro Kilo. Importpreise beginnen jedoch bereits bei 5.800 bis 6.000 VND pro Kilo. 

 

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